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Once upon a time, there lived an adventurous young man. Being an explorer and ethnographer at heart, he longed to travel and make great discoveries. Then it happened one day that he heard a tale about some curious developments among the natives of the Old World. A new style in the making and decorating of art objects, it was said, had been spreading among the craftsmen of various tribes. The movement was already dying out, however, and soon it would slip into oblivion.

   Intrigued, the explorer immediately organized a series of expeditions across the ocean. He visited all the important places, collected paintings and other exotic objects from the natives and recorded the stories they told. Impressed with what he saw and heard,  he brought back many artifacts and decided to establish an ethnographic museum, naming it the “Museum of Modern Art”.

   Soon afterward, the explorer organized an exhibition of the two most unusual styles, which were known as “Cubism” and “Abstract Art”. The exhibition was a great success, and it became the standard for the museum's permanent display. It was also widely imitated by the museums of modern art that came after.

   The story told through this museum exhibit became known as the “History of Modern Art”. and this too was accepted throughout the entire world. After the Great War, even the natives of the Old World adopted the story as their own. In time, they went so far as to embrace this story as their own authentic and dominant myth. And so it came to be that it has been retold  and reenacted in countless annual and biannual celebrations and rituals ever since.  

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Es war einmal vor langer Zeit, da lebte ein abenteuerlustiger junger Mann. Im Grunde seines Herzens war er ein Forscher und Ethnograph und er sehnte sich danach zu Reisen und große Entdeckungen zu machen.

So geschah es eines Tages, dass er eine Erzählung hörte von sonderbaren Entwicklungen unter den Eingeborenen der Alten Welt. Es verbreite sich ein neuer Stil bei der Anfertigung und Ausschmückung von Kunstwerken unter den Künstlern verschiedener Stämme, so hieß es. Allerdings war die Bewegung schon wieder am Absterben und bald würde sie in Vergessenheit geraten.

Fasziniert organisierte der Forscher sogleich eine Reihe von Expeditionen über den Ozean. Er besuchte alle wichtigen Orte, sammelte Gemälde und andere exotische Objekte der Einheimischen und zeichnete die Geschichten auf, die sie ihm erzählten. Beeindruckt von dem was er sah und hörte, kehrte er mit zahlreichen Artefakten zurück und beschloß ein ethnographisches Museum zu gründen. Er nannte es das „Museum of Modern Art“.

Kurz darauf organisierte der Forschungsreisende eine Ausstellung der zwei ungewöhnlichsten Stile, bekannt unter den Namen „Kubismus“ und „Abstrakte Kunst“. Die Ausstellung war ein großer Erfolg und wurde zum Maßstab für die Dauerausstellung des Museums. Auch Museen für moderne Kunst die in Folge entstanden, kopierten die Ausstellung weitgehend. Als „History of Modern Art“ wurde die Narration des Museums und seiner Ausstellung bekannt und weltweit anerkannt. Nach dem Großen Krieg machten sich sogar die Eingeborenen der Alten Welt die Geschichte zu eigen. Mit der Zeit gingen sie gar so weit diese Erzählung bereitwillig als ihren eigenen authentischen und alles beherrschenden Mythos anzunehmen. Und so kam es, dass dieser Mythos seit dem in unzähligen Feierlichkeiten und Ritualen im Rhythmus von ein bis zwei Jahren immer wieder erzählt und nachgestellt wurde.